SGV Bergisch Gladbach
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Wanderer Geht

 

Wen(n) der Berg ruft!
 

Auf zum Monte Troodelöh

von Gerry Wanda 18.01.2010

 

Treffen: 16.01.2010, 09:00 Uhr auf dem Parkplatz Buchmühle. Die Meteorologen sagen für heute einen kalten, trockenen Tag mit zeitweise sonnigen Abschnitten voraus. Ideale Voraussetzungen.

Ungefähr 10 wanderfreudige Alpinisten/innen haben sich hier eingefunden. Die Teilnahme an dieser Exkursion setzt schon den uneingeschränkten Willen voraus, physisch und psychisch sein Letztes zu geben, wenn einem der Berg alles abverlangt. Schließlich ist heute der Monte Troodelöh angesagt. Der höchste Berg Kölns.

Nach kurzer Begrüßung durch unseren Wanderführer Bill Gerke ging es weiter zum eigentlichen Ausgangspunkt, dem Parkplatz der Bundesanstalt für das Straßenwesen in Frankenforst. Hier, in sicherer Entfernung zur Steilwand, hatten weitere Teilnehmer ihr Biwak aufgeschlagen.

Insgesamt folgten 22 erwachsene und 2 Nachwuchsalpinisten dem Ruf der Berge. Nach Prüfung der Ausrüstung auf Sicherheit und Vollständigkeit, setzte sich der Tross der Gipfelstürmer gegen 10:30 Uhr, zunächst noch in gelockerter Formation in Bewegung.

Unweit der Unterführung unter der A 4, befindet sich auf der linken Seite die Waldgrabstätte von Josef Hubert Hausmann. Hausmann der 1932 verstarb, war ein verdienter Kölner Stifter, der in seiner Stiftungsvereinbarung mit der Stadt Köln, hier seine bis heute betreute letzte Ruhestätte für sich und seine beiden geliebten Doggen festlegte.

Wir verlassen die Gedenkstätte und wandern weiter Richtung Wolfsweg. Die zum Teil festgetretene und mehrfach überfrorene Schneedecke der Wege hat es in sich. Stellenweise ist sie spiegelglatt. Hier bieten die Wegränder noch den vermeintlich besten Tritt.

Ab und an verlassen wir den Weg und folgen Bill zu ca. 1 Meter tiefen Erdlöchern. Diese gehören zu einem Lehrpfad des geologischen Instituts, der hier im Königsforst angelegt wurde. Die einzelnen Stationsareale sind mit Baumstämmen eingefriedet und Informationstafeln erklären, was man hier sieht. Für den Großteil der hier Passierenden mag diese Informationsbeschaffung zutreffen; nicht so für uns. Was die Informationsversorgung anging, genoss unsere Gruppe einen Service par excellence. Bill, Hobbygeologe mit Leib und Seele verstand es vorbildlich, das zu Sehende allgemeinverständlich zu erklären und ´rüberzubringen. Man merkte, dass er mit dem Herzen dabei war, wenn er (fast wie ein Augenzeuge) erklärte, dass die erdgeschichtliche Zeitrechnung vor ca. 385 Mio. Jahren beginnt, eine Hand voll Erde mehr Organismen in sich beherbergt, als Menschen auf dieser Erde leben. Dass vor Millionen von Jahren an dieser Stelle, an der wir jetzt stehen, einmal die Nordsee ihre Wogen an den Strand schickte und ein paar Millionen Jahre später hier der Rhein floss oder seine Ufergestade hatte. Er konnte die einzelnen Erdschichten erklären und wusste über Art und Beschaffenheit der Steine etwas zu berichten. Ich fand´s spannend; großartig!

Während dieser Informationspausen konnten wir Kraft für den weiteren Anstieg sammeln. Allmählich wurde es steiler. Die Seilschaften klebten förmlich in der Wand. Endlich war es dann so weit. Fast an der Baumgrenze angelangt, sahen wir ihn; - den Gipfelstein des Monte Troodelöh. Wir waren da! Erschöpft aber glücklich! 118,04m ü.NN.!!

Wir erinnern uns, warum Troodelöh? Am 12.11.1999 (das Datum sagt schon manches) machten sich die 3 stadtkölnischen Mitarbeiter Michael Troost, Friedrich Dedden und Kai Löhmer aus einer Laune heraus, in Hochgebirgsequipment auf den Weg und bestiegen den höchsten aber bis dahin völlig unbekannten Punkt Kölns. Als Spaß geboren und durch manche Presse wirkungsvoll in Szene gesetzt, wurde diese Erhebung schnell zu einer Kultpilgerstätte. Irgendwann kam es dann zur Namensfindung für diesen Hügel. Das Ergebnis einer Umfrage war, die 3 Erstbesteiger dadurch zu ehren, indem man die Anfangsbuchstaben ihrer Nachnamen zu einem tragbaren Wort zusammenfügte. Heraus kam Troodelöh. Eigentlich waren es 4 Erstbesteiger, denn die 3 hatten noch ihren Sherpa Longway (Rainer Buttkereit) dabei. (wer noch mehr wissen möchte, googled sich einfach mal durch)

Nach einem Eintrag im Gipfelbuch und einem Gipfelstempelabdruck als Erinnerung machten wir uns an den Abstieg. Auf einem vorgelagerten Felsplateau fanden wir Zeit für eine kurze Rast und Bill Gelegenheit, uns die Anekdote über die dort befindliche (3.) Kaisereiche zu erzählen, die eigentlich eine Mogelpackung ist.
 
Weiter ging´s, über urzeitliche Nordseedünen ins Tal hinab und der Zivilisation entgegen, zum Ziel unserer Einkehr, der Forsbacher-Mühle. Nach einer herzhaft wohlschmeckenden Mahlzeit (einhellige Meinung) verlief unser weiterer Weg z.T. auf den ebenen Bahndämmen der alten Eisenbahn, die hier von 1890 -1961 verkehrte. Vorbei am Gedenkstein, der an den alten Forsbacher Bahnhof erinnert. Jetzt waren es nur noch wenige hundert Meter bis zu unserer Basisstation bei der BAST.
 
Hier dankte Norbert Dietrich, im Namen aller Teilnehmer unserem Wanderführer Bill Gerke für diese tolle Wanderung.Auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön und ein freundliches

„Frisch auf!“


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Die Bilder wurden von unserem Wanderfreund
Norbert Grätz
zur Verfügung gestellt

 


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