SGV Bergisch Gladbach
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Vorankündigung

23. bis 27. Mai 2011 Mehrtageswanderung mit dem

Singekreis in Elkeringhausen

Anmeldung und Informationen ab sofort
bei Anni Lauhoff, Tel. 02204 - 81446

22. bis 29. Mai 2011  Wandern in der Fränkischenschweiz

max. 20 Teilnehmer
c.a. 320.- €  EZ + 35,- €
Anmeldung und Informationen ab sofort bei
Wanderführer Norbert Dietrich
Tel.: 02204/21027
Gäste sind willkommen
 
25. September 2010             Klangweg

  Glockenklang von Turm zu Turm. Neun Kirchen des Heiligen Köln rufen zu einem Stafettenlauf in Richtung Dom, am Vorabend des letzten Tages der Domwallfahrt. Lassen die Kölner sich mitreißen? Davon ist nichts zu sehen. Sie sind zu sehr gewohnt an die Geräuschkulisse, an die Sprache, die man verlernt hat. Die wenigen Pilger, die sich einstellen, lassen sich ein auf den Lernpfad des Hörens.

In Erwartung einer ortskundigen Führung, fühlen sie sich allein gelassen. Da ist weder Fahne noch Prozessionsleiter. Sollte das Absicht sein? Weder Lied noch Kommentar soll ablenken vom reinen Hören. Severin, der Bischof aus dem 4. Jahrhundert, schwingt als erster den Klöppel. Von da an soll im Takt von 15 min jeweils der nächste Turm läuten. Kaum gelingt es mir, das Labyrint vor der Kirche zu begehen, da verklingt das Geläut, und ein anderer Klang ruft von St. Pantaleon. Wo geht es lang? Das weiß keiner so recht. Aber die Glocken sagen: Hierher! Der Unsichtbare will führen, allein durch den Ton. Es dauert, bis man den verwirrenden Stadtplan beiseite tut. Verlass dich doch mal auf die Ohren: eine Glocke, dann zwei und schließlich ein Dreiklang, der sich weiter schreiten verändert, je nachdem wie sich Gassen und Häuser ihm öffnen oder ihn dämpfen. In St. Mauritius hören die Pilger nicht nur die Symphonie vom Turm, sondern auch Gesang aus dem Gotteshaus und nehmen dankbar den Schlußsegen der Messe mit.

Wieder ertönt ein anderer Ruf. St. Aposteln lädt ein zur Nachfolge. Dort ist Zeit für ein kurzes Verweilen. Der Klang kommt an in der Seele, die sich in ihrem Tiefsten angesprochen fühlt. Es eröffnet sich eine Klangwelt, die Harmonie verbreitet. Und diese wird sich behaupten gegen Misstöne von außen. Das feine Instrument der Seele lässt sich nachstimmen nach dem Richtton der göttlichen Verlässlichkeit: fest und beständig schallt sie über die Dächer, immer gleich in der unerschütterlichen Liebe.

Schon erheben sich neue Stimmen des Allgegenwärtigen: St. Gereon ruft und fordert die Wanderer heraus: Woher? Wohin? Gehorsam schärft das Gehör und filtert aus den Geräuschen die Stimme des Geliebten. So geht es weiter an St. Ursula vorbei hin zum mächtigen Kunibert. Dort geht die Dachreiterglocke allein voraus und behauptet im Vielklang ihre Rolle. Die Liebe Gottes ist nicht eintönig. Mal bin ich hochgestimmt und höre den Ruf des Hohenliedes. Mal tönen tiefe Stimmen der Mahnung, und ich weiß, dass sie nicht fehlen dürfen. Groß Sankt Martin steht im Scherenschnitt am beleuchteten Abendhimmel mit der Mondsichel daneben. Er gibt nun die Losung an den Dom, dem alle Kirchen den Vorrang geben. Die Pracht des Gotteshauses zwingt niemand zur Huldigung. Die Pilger durchqueren fröhliche Ausgelassenheit. Auch die Glocken besetzen die Ohren nicht aufdringlich. Jeder ist frei, sich dem Klang zu öffnen. Auf der Domplatte ist viel Licht; der Überfluss leuchtet bis auf die Turmspitzen. Durch die Schalllöcher sieht man den Großen Peter, der meistens die andern reden lässt, aber wenn er sich aufschwingt und den Mund auftut, dann ist es etwas besonderes; dann bekennt er laut den Messias und ruft zur Nachfolge.

Nun ist das Ziel erreicht, der Zusammenklang aller Stimmen. 150 Glocken aus der ganzen Stadt fallen ein in das Gotteslob und vergessen die Grenzen der Konfessionen. Es ist ja keine Verkündigung des Wortes, das missverstanden werden kann. Heute predigen die Glocken. Was haben sie zu sagen? Die Glocke ist ein Schutzmantel. Sie verstärkt einen guten Ton und verbreitet Harmonie. Die Höhe ihrer Stellung erweitert den Radius. Wer sich unter diesen Mantel stellt, kommt in seinen Schwingungsbereich und wird eingestimmt auf das Gute.

Nun wird der Pilger belohnt: er darf eintreten in das Haus Gottes, das sein Haus ist. Die gesungene Komplett nimmt seine Stimmung auf: Meine Augen haben Dein Heil gesehen. Nun lass Deinen Diener in Frieden ziehen, damit er den Zug nicht verpasst.

Dortmund, den 30. Set. 2009 Adolf Temme

Es war in diesem Jahr ein überwältigendes Erlebnis für mich. Diesen Weg möchte am 25. September 2010 mit Euch gehen

Anni Lauhoff

 

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Dienstag, 07. September 2010
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